Hi Leute,
plane gerade meine erste richtige Griechenland-Reise und stehe vor einer Entscheidung. Ich lerne seit ca. 2 Jahren Griechisch und bin so auf B1-Niveau angekommen. Ursprünglich wollte ich hauptsächlich das Festland bereisen - Athen, Thessaloniki, vielleicht noch Delphi und Meteora.
Jetzt hab ich aber gelesen, dass der kretische Dialekt ziemlich interessant und eigenständig ist. Manche sagen sogar, er wäre fast wie eine eigene Sprache. Das macht mich neugierig! Gleichzeitig frage ich mich: Ist das nicht eher verwirrend für jemanden wie mich, der gerade erst die Standardsprache lernt?
Der Umweg nach Kreta würde bedeuten, dass ich weniger Zeit auf dem Festland hätte. Andererseits - wenn ich schon mal da bin, wäre es doch schade, diese sprachliche Besonderheit zu verpassen, oder?
Habt ihr Erfahrungen damit? Lohnt es sich für Griechisch-Lernende wirklich, gezielt nach Kreta zu fahren wegen des Dialekts? Oder sollte ich lieber bei der ursprünglichen Route bleiben und erst mal mein Standard-Griechisch festigen?
Freue mich auf eure Meinungen!
Hmm, ich bin da etwas skeptisch. Hab selbst mal 'ne Weile in Griechenland gelebt und würde sagen: Konzentrier dich erst mal aufs Standard-Griechisch. Kreta ist toll, aber die Dialekt-Geschichte ist vielleicht bisschen überbewertet für Lerner.
In Athen und Thessaloniki hörst du eh schon verschiedene Akzente und regionale Unterschiede. Das reicht erstmal völlig aus. Außerdem - seien wir ehrlich - die meisten Touristen-Gespräche laufen sowieso auf Hochgriechisch ab.
Wenn Du regelmäßig Anregungen per eMail zum Griechisch lernen möchtest, trage Dich einfach im Newsletter ein. https://www.sprachenlernen24.de/griechisch-lernen/?utm_content=WC97498
Aus linguistischer Sicht ist das kretische Griechisch durchaus interessant - es hat archaische Elemente bewahrt und zeigt venezianischen Einfluss. Allerdings sollten Sie realistisch bleiben: Als B1-Lerner werden Sie primär mit der Standardsprache konfrontiert sein, selbst auf Kreta.
Meine Empfehlung wäre eine ausgewogene Route. Verbringen Sie die Hauptzeit auf dem Festland für solide Sprachpraxis, aber planen Sie durchaus 3-4 Tage Kreta ein. So bekommen Sie einen Eindruck von der dialektalen Vielfalt, ohne Ihre Lernziele zu vernachlässigen. Die kulturellen Aspekte Kretas sind ohnehin bereichernd.
Γεια σου Markus! Als Kreter kann ich dir sagen: Der kretische Dialekt ist wirklich was Besonderes, aber für B1-Niveau vielleicht noch zu früh. Wir haben viele eigene Wörter und Wendungen, die selbst andere Griechen nicht immer verstehen. Zum Beispiel sagen wir 'τσι' statt 'τι' oder haben ganz andere Verben.
Mein Tipp: Komm trotzdem nach Kreta, aber nicht hauptsächlich wegen dem Dialekt. Die Insel ist einfach wunderschön und die Leute sind sehr geduldig mit Ausländern. Du wirst automatisch ein Gefühl für die Eigenarten bekommen, ohne dass es dich beim Lernen verwirrt. In Chania oder Heraklion sprechen die meisten auch normales Griechisch mit dir.